Daihatsu Wildcat F60 Turbo

(von Jörn)

Ich möchte hier kurz beschreiben, wie wie ich mir den Umbau eines Daihatsu Wildcat F60 zum perfekten Off-Roader vorstelle und welche technischen Änderungen dabei zum Tragen kommen.

Nach einem Kauf eines Daihatsu Wildcat F20 im Jahre 1995 bin ich diesen Autos verfallen. Sie sind robust, relativ geländetauglich und einfach zu reparieren. Hinzu kommt, dass viele Teile aus dem Nachfolgemodell Rocky passen.

Nach meinen Erfahrungen stellt der F60 "De Luxe" mit seinem 2,8 Liter Vierzylinder Diesel und 69 PS die ideale Plattform für den Umbau dar. Diese Modelle gehören zu den jüngsten der Wildcat-Familie und es sind keine Schweissarbeiten am Rahmen nötig.

F 60 "De Luxe", Bj ´84 mit 1860 kg Anhängelast

Zu allererst wird das Fahrzeug in die Grossbaugruppen zerlegt (Rahmen, Motor und Getriebe, Achsen, Karosse, Tank,...) um anschliessend Achsen und Rahmen zu reinigen. Zunächst werden dann die Achsen überarbeitet:

- Naben mit innenbelüfteten Scheiben und Bremssätteln aus dem neueren Rocky und einer Differentialsperre (evtl. Offrotec), sowie mit einem Ring verstärkte Antriebswellengelenke an der Vorderachse

- Ankerplatten aus dem Rocky (Handbremse auf die Hinterräder wirkend) und eine kostengünstige automatische Differentialsperre (Detroid-Locker, vertrieben von der Firma Power-Trax) an der Hinterachse

Beide Achsen werden auf die kürzere 4,777:1 Übersetzung aus dem F20/F25 geändert, um grössere Reifen montieren zu können.

Um nun das Fahrgestell bewegen zu können, werden die Achsen am Rahmen befestigt. Für mehr Bodenfreiheit verwende ich hierfür das Komplettfahrwerk der Firma Ironman aus Australien (vertrieben von Allrad Keba), was etwa 7cm an Höhe bringen soll.

Als nächstes wird das Herz implantiert:

Hier findet ein Rocky F70/F75 Turbodiesel inkl. 5-Gang-Getriebe Verwendung. Ob es der Motor mit Intercooler sein wird, hängt von den Platzverhältnissen ab, aber wenn er passt bringt der "kleine" Motor mit den 88/91 PS ca. 30% mehr Drehmoment und der Intercooler-Motor mit 102 PS ca. 40 % mehr.

Als schönes extra bekommt mein Dai jetzt noch eine Karosserie. Und die soll aus Gfk sein. Aufgrund der langen Lieferzeiten wird diese schon vor dem Beginn mit Projekt bestellt werden müssen. Der Bremskraftverstärker wird ebenfalls gegen den des Rocky getauscht, damit ist dann die komplette Bremsanlage installiert und es gibt weniger Probleme beim Platz und beim TÜV.

Wie es sich für ein echtes Kult-Auto gehört wird -wie rechts zu sehen- meine Eigenbau-Seilwinden-Stossstange(?) inkl. Seilwinde angebaut. Ketten anstatt der Türen und eine Anhängekupplung sind ein MUSS.

Ich habe mich für Reifen der Grösse 255/85 R16 BFG MT (für die Strasse) und 33x10,5 R15 Simex Jungle Trecker II (für´s Gelände) entschieden.

Als Seilwinde wird wohl eine elektrische Warn- oder Ramsey-Winde zum Einsatz kommen. Eleganter und professioneller wäre eine hydraulische Ramsey-Winde mit einer ans Getriebe geflanschten Hydraulikpumpe (Firma Power-Trax s.o.). Diese Lösung ist aber sehr teuer, wenn man die Winde selten braucht.

Für´s Wochenende kann dann hinten ein Dachzelt auf die Oberkante der Karosserie geschaubt werden. Das erhöht den Schwerpunkt nicht und darunter ist Patz für´s Gepäck.

Wer ein Fernreisefahrzeug aufbauen möchte, kann meine Ideen auch in einem F55/65 Pick Up umsetzen. Dieser hat 800kg Zuladung und eine Anhängelast von 2385 kg.

 

ein F20 (Bj´80) mit Trialmasterfedern und Reifen 235/85 R16 Fulda Tramp Track kommt etwa 6cm höher

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